Die Meraner Lauben: 800 Jahre Geschichte, Shopping und Genuss
Die Meraner Lauben verbinden seit rund 800 Jahren den Kornplatz mit dem Pfarrplatz im Herzen der Meraner Altstadt. Die etwa 400 Meter lange Laubengasse entstand im 13. Jahrhundert unter Meinhard II. als Handelsstraße und gilt als die längste Europas. Bis heute sind unter ihren Torbögen Geschäfte, kleine Lokale und traditionsreiche Adressen aneinandergereiht.
Wer durch die Lauben geht, bewegt sich deshalb nicht durch eine historische Kulisse, sondern durch einen lebendigen Teil der Stadt. Menschen erledigen ihre Einkäufe, treffen sich auf einen Kaffee oder bleiben vor einem Schaufenster stehen. Erker, Fresken und alte Fassaden erzählen von den Jahrhunderten, in denen sich Meran von einer mittelalterlichen Handelsstadt zur eleganten Kurstadt entwickelte.
Vom Hotel Hohenwart in Schenna liegt dieses Stück Meraner Stadtgeschichte nur wenige Kilometer entfernt.
Eine Handelsstraße aus dem 13. Jahrhundert
Die Geschichte der Meraner Lauben beginnt im 13. Jahrhundert. Unter Meinhard II., Graf von Tirol, entstand zwischen Kornplatz und Pfarrplatz eine neue Handelsstraße, die Merans Entwicklung zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Handelszentrum vorantrieb. Spätestens seit dem 14. Jahrhundert boten Kaufleute hier ihre Waren an.
Der Legende nach soll Meinhard II. sogar angeordnet haben, die Meraner Lauben mindestens hundert Meter länger als jene in Bozen anzulegen. Ob dahinter tatsächlich mittelalterlicher Ehrgeiz stand oder ob ihm die Geschichte erst später nachgesagt wurde, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei sagen.
Die Häuser entlang der Straße veränderten sich über die Jahrhunderte immer wieder. Sie wurden erweitert, zusammengelegt und in die Höhe gebaut. Erzählt wird, dass die wachsenden Laubenhäuser irgendwann sogar den Blick auf die Uhren der Pfarrkirche St. Nikolaus verdeckten und deshalb neue Uhren weiter oben am Kirchturm angebracht werden mussten.
Bis 1913 verlief die Laubengasse ohne Unterbrechung. Erst durch die heutige Kreuzung von Sparkassenstraße und Galileistraße wurde der lange Straßenzug geteilt. An seiner Funktion änderte das wenig: Unter den Bögen wurde weiterhin gehandelt und eingekauft, zugleich entwickelte sich die Laubengasse zu einem wichtigen gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt.
Die Berglauben und die Wasserlauben
Die Meraner Laubengasse besteht aus zwei gegenüberliegenden Häuserreihen. Die Seite zum Küchelberg wird als Berglauben bezeichnet, die Seite in Richtung Passer als Wasserlauben. Dazwischen verläuft die schmale, leicht ansteigende Straße.
Diese einfache Unterscheidung ist zugleich ein Stück alter Stadtgeografie. Wer heute zwischen den beiden Seiten wechselt, achtet meist eher auf die Auslagen als auf Berg und Wasser. Dennoch lohnt sich der Blick nach oben, wo gotische Elemente auf barocke Erker, kunstvolle Stuckarbeiten, Fresken und klassizistische Fassaden treffen. Hinter alten Toren verbergen sich Innenhöfe und schmale Durchgänge, die immer wieder überraschende Einblicke in die Laubenhäuser gewähren.
Die niedrigen Torbögen spenden im Sommer Schatten und schützen bei Regen vor Nässe. Gerade deshalb ist ein Bummel durch die Lauben auch nach acht Jahrhunderten noch angenehm. Ihre Architektur ist nicht nur schön, sondern erfüllt zugleich einen ganz praktischen Zweck.
Am oberen Ende der Laubengasse erschließt sich der Pfarrplatz mit der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Dahinter beginnt das Steinachviertel, der älteste Stadtteil Merans. Am unteren Ende führen die Lauben zum Kornplatz und weiter in Richtung Rennweg und Passer. So verbinden sie bis heute nicht nur zwei Plätze, sondern unterschiedliche Seiten der Stadt.
Einkaufen unter den Meraner Lauben
Heute sind die Meraner Lauben die bekannteste Einkaufsstraße der Altstadt. Internationale Marken stehen neben kleinen Boutiquen, alteingesessenen Fachgeschäften und familiengeführten Betrieben. Mode, Schmuck, Schuhe, Bücher, Feinkost und Südtiroler Handwerk finden unter denselben Bögen Platz.
Gerade diese Mischung macht einen Bummel interessant: Ob man mit einer klaren Einkaufsliste kommt oder sich einfach von der eigenen Neugier leiten lässt, in den Meraner Lauben ist beides möglich.
Frau Christine kennt die Meraner Geschäfte wie ihre Westentasche. Zu ihren persönlichen Empfehlungen gehören:
Luis Trenker: Die Mode verbindet alpine Tradition mit einem lässigen, zeitgemäßen Stil. Eine gute Adresse für hochwertige Stücke, die ihre Südtiroler Herkunft zeigen, ohne wie klassische Tracht zu wirken.
Be More: Hier findet man unkomplizierte, moderne Mode für Alltag und Freizeit. Die Auswahl eignet sich besonders für alle, die einen lässigen Stil und aktuelle Schnitte mögen.
Boutique Kathinka: Eine Adresse für feminine Mode, besondere Details und ausgewählte Einzelstücke. Das Sortiment wirkt persönlich zusammengestellt und hebt sich von großen Modeketten ab.
Oberrauch Zitt: Elegante Damenmode, klassische Schnitte und hochwertige Stoffe stehen hier im Mittelpunkt. Frau Christine empfiehlt das Geschäft besonders für stilvolle Alltagskleidung und besondere Anlässe.
Porticos: Das Geschäft führt moderne Herrenmode, Accessoires und eigenständige Designs. Eine interessante Adresse für Männer mit einer Vorliebe für bewusst ausgewählte Stücke.
Die Empfehlungen zeigen zugleich, wie vielfältig das Angebot unter den Lauben ist. Zwischen historischen Mauern wird nicht nur Vergangenes bewahrt. Hier entstehen neue Stilwelten, während wenige Schritte weiter traditionsreiche Geschäfte ihren festen Platz im Meraner Alltag behalten.
Eis, Wein und Lieblingslokale in der Altstadt
Zu einem gelungenen Nachmittag in den Lauben gehört natürlich auch die eine oder andere kleine Verschnaufpause. Die Möglichkeiten dafür sind zahlreich rund um den historischen Straßenzug.
Für ein Eis bieten sich die Meraner Gelaterien Sabine und Seta an. Neben beliebten Klassikern findet man dort auch kreative und saisonale Sorten. Eine Eistüte ist außerdem ein ausgesprochen praktischer Begleiter für unterwegs.
Wer den Tag lieber mit einem Glas Südtiroler Wein ausklingen lässt, findet in der City.Vinothek der Kellerei Meran eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl aus der Region. Die moderne Vinothek bringt die Weinkultur des Meraner Landes mitten in die Stadt und eignet sich sowohl für eine Verkostung als auch für einen ruhigen Aperitif.
Für ein Essen empfiehlt Frau Christine das Restaurant Sigmund, wo Südtiroler Gerichte mit zeitgemäßen Einflüssen verbunden werden. Wenn es stattdessen eine Pizza sein darf, gehört die Pizzeria Relax zu ihren persönlichen Favoriten: ungezwungen, gemütlich und eine verlässliche Adresse für eine gute italienische Pizza.
Ein besonderer Tipp ist auch die L’insalatina Saladbar. Das kleine Lokal liegt etwas versteckt und ist über einen Durchgang abseits der Lauben zu erreichen. Auf der sonnigen Terrasse werden vegane Spezialitäten, frische Smoothies und Cappuccino mit Hafermilch serviert. Gerade weil man es nicht zufällig auf jeder Runde durch die Altstadt bemerkt, ist es eine Adresse, die man sich merken sollte.
Wann sich ein Besuch besonders lohnt
Die Meraner Lauben sind zu jeder Jahreszeit frei zugänglich. Tagsüber bestimmen vor allem die Geschäfte das Geschehen. Besonders lebhaft wird es am Samstagvormittag und an Regentagen. Gegen Abend verwandelt sich die Einkaufsstraße zunehmend in einen Treffpunkt. Wenn die Schaufensterlichter auf das Pflaster fallen, füllen sich die Lokale und unter den alten Bögen beginnt die Zeit für einen Aperitif oder ein Abendessen.
Vom Kornplatz führt die Laubengasse unter den Torbögen leicht bergauf zum Pfarrplatz mit der Pfarrkirche St. Nikolaus. Sie ist grundsätzlich auch mit Kinderwagen und Rollstuhl begehbar. Wer die Straße lieber sanft bergab erkundet, beginnt am Pfarrplatz und geht in Richtung Kornplatz.
Unser Hohenwart-Tipp für einen Nachmittag in Meran
Kein Urlaub auf Hohenwart ist vollständig ohne einen Besuch der Meraner Lauben. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, gelangt über den sonnigen Mitterplattweg durch Weinberge und Apfelwiesen nach Obermais und weiter in die Meraner Altstadt.
Für den Rundgang bietet sich der Einstieg am Pfarrplatz an. Hinter der Pfarrkirche lohnt sich zunächst eine Runde durch das ruhige Steinachviertel. Anschließend geht es zwischen Berg- und Wasserlauben bis zum Kornplatz, mit genügend Zeit für einen Bummel durch Geschäfte und Cafés. Über den Rennweg führt der Weg schließlich weiter zur Passerpromenade. Für uns ist ein Spaziergang am Wasser der schönste Abschluss nach einem Stadtbummel. Man kann gemütlich die Promenade entlangflanieren und die zu jeder Jahreszeit wechselnde Bepflanzung bewundern oder sich auf einer Bank niederlassen, den Blick über die Passer schweifen lassen und die Sonne genießen.
Für die Rückfahrt nach Schenna empfehlen wir die Buslinie 231 ab der Haltestelle Therme. Mit dem Südtirol Guest Pass ist die Fahrt kostenlos.
Der Ort der bleibt.