Wandern im Hirzergebiet: Almenweg, Almrosenblüte und Einkehr oberhalb von Schenna
Wandern in Schenna gehört für viele Hohenwart-Gäste fast schon zum Urlaub dazu. Besonders das Hirzergebiet ist ein Ausflug, der sich leicht in einen Urlaubstag einfügt: nah, gut erreichbar und dennoch weit genug oben, um sofort in einer anderen Welt anzukommen.
Ein Tag im Hirzergebiet kann langsam beginnen. Mit der Fahrt hinauf nach Tall, mit dem Sessellift weiter zur Grube, mit den ersten Schritten auf dem Höhenweg und dem Blick über das Meraner Land. Wer nach Wandervorschlägen rund um Meran sucht, findet hier keine schwere Gipfeltour, sondern eine Almwanderung, die sich je nach Kondition und Lust unterschiedlich gestalten lässt.
Besonders schön ist eine Wanderung zur Almrosenblüte. Gegen Mitte Juni bis Anfang Juli, je nach Wetter, Höhenlage und Saisonverlauf, färben sich die Hänge rosa bis pink. Dann wirkt das Hirzergebiet für einige Wochen fast verwunschen: Bergluft, blühende Almrosen, Gräser im Wind und Wege, die über der Waldgrenze ruhig durch die Landschaft ziehen.
Ein Ausflug für jede Generation
Gerade für einen Mehrgenerationenurlaub in Südtirol ist das Hirzergebiet besonders dankbar. Familien mit Kindern können den Tag kürzer halten, mit Seilbahn, Sessellift und einfachen Wegen. Gäste, die weiter gehen möchten, folgen einer größeren Runde über mehrere Almen. So wird aus demselben Ausflug entweder ein leichter Bergtag oder eine ausgedehntere Wanderung oberhalb der Waldgrenze.
Hinauf nach Tall: Die Anreise ist Teil des Erlebnisses
Von Schenna aus erreicht man das Gebiet bequem ohne eigenes Auto. Der Wanderbus Schenna, Linie 234, fährt bis zur Seilbahn Verdins. Alternativ gibt es Verbindungen über Verdins mit der Linie 231. Die Seilbahn Verdins-Tall bringt Gäste von Verdins hinauf nach Tall und damit mitten hinein ins Wandergebiet Tall-Hirzer.
Wer möchte, fährt anschließend mit dem Sessellift Tall-Grube weiter. Diese Fahrt hat etwas beinahe Nostalgisches: langsam, still, über Wiesen und Wälder hinweg. Oben angekommen öffnet sich eine friedliche Berglandschaft mit Wegen, Almen und weiten Blicken.
Rundwanderung ab Grube: Stafell-Alm, Klammeben, Hirzerhütte, Mahdalm und Gompm Alm
Eine besonders schöne Variante beginnt an der Grube. Von dort wandert man zunächst zur Stafell-Alm und weiter Richtung Klammeben. Danach führt die Runde zur Hirzerhütte und hinunter zur Gompm Alm.
Ein besonderer Hohenwart-Tipp ist ein Abstecher zur Mahd-Alm. Sie liegt besonders malerisch und ist mit ihrer einfachen, sehr guten Küche eine Einkehr wert.
Von der Gompm Alm schließt sich der Kreis zurück Richtung Grube, von wo der Sessellift hinunter nach Oberkirn fährt. Alternativ kann man direkt zur Bergstation der Seilbahn Verdins-Tall in Oberkirn wandern.
Diese Runde verbindet vieles, was das Hirzergebiet ausmacht: helle Wege, offene Almwiesen, mehrere Einkehrmöglichkeiten und immer wieder den Blick hinunter ins Meraner Land. Sie eignet sich für Gäste, die gerne länger unterwegs sind, aber keine klassische Gipfeltour suchen.
Weitere Wanderroute: Stafell-Alm, Assenhütte, Hiaslbauer und Videgg
Eine zweite schöne Möglichkeit führt von der Stafell-Alm weiter zur Assenhütte. Von dort geht es hinunter zum Hiaslbauer, weiter nach Videgg und schließlich nach Oberkirn. Diese Strecke zeigt eine andere Seite des Hirzergebiets: Almen, Höfe und Weiler.
So lässt sich der Ausflug gut anpassen. Wer nur ein Stück gehen möchte, bleibt bei einer kürzeren Almwanderung. Wer mehr Zeit mitbringt, macht daraus eine längere Runde mit mehreren Stationen und Einkehrmöglichkeiten.
Alternative über Saltaus und Klammeben
Wer direkt höher ins Hirzergebiet einsteigen möchte, kann alternativ die Hirzer-Seilbahn ab Saltaus nutzen. Sie führt über Prenn hinauf nach Klammeben auf knapp 1.980 Meter. Von dort steht man sofort in der höheren Almlandschaft und kann je nach Route Stafell-Alm, Hirzerhütte, Mahd-Alm oder weitere Hütten einbinden.
Diese Variante eignet sich besonders für alle, die den Tag weiter oben beginnen möchten: aussteigen, Bergluft holen, losgehen.
Einkehr auf der Alm
Ein wesentlicher Teil des Ausflugs ist die Einkehr. Aufgetischt wird, was nach einem Vormittag in den Bergen besonders gut schmeckt: einfache Südtiroler Almkost, Knödel, hausgemachte Gerichte, ein Glas Saft, vielleicht etwas Süßes. Dazu Bergluft und Aussicht.
Sportlicher unterwegs: mit dem E-Bike ins Hirzergebiet
Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, entdeckt das Hirzergebiet von einer sportlicheren Seite. Eine E-Bike-Tour ab Schenna ist deutlich anspruchsvoller als die gemütliche Wanderung, eröffnet aber noch einmal einen anderen Blick auf das Gebiet.
Eine Möglichkeit ist die Fahrt mit der Hirzer-Seilbahn bis zur Mittelstation in Prenn. Von dort bieten sich mehrere Varianten an: links Richtung Hochwies, Gompm Alm, Hirzerhütte und Hintereggalm oder rechts Richtung Hiaslbauer, Assenhütte und Stafell-Alm. Je nach Route, Kondition und Fahrbarkeit lässt sich daraus eine schöne sportliche Runde gestalten.
Gäste des Hotel Hohenwart können direkt im Hotel E-Mountainbikes ausleihen und erhalten gerne persönliche Empfehlungen zur passenden Route.
Gut zu wissen
Start: Hotel Hohenwart oder Schenna
Anreise: Wanderbus Schenna, Linie 234, bis zur Seilbahn Verdins, weiter mit der Seilbahn Verdins-Tall
Option: Sessellift Tall-Grube für eine besonders ruhige Panoramaauffahrt
Rundwanderung ab Grube: Grube, Stafell-Alm, Klammeben, Hirzerhütte, Gompm Alm und zurück Richtung Grube oder direkt zur Bergstation der Seilbahn Verdins-Tall in Oberkirn
Weitere Wanderroute: Stafell-Alm, Assenhütte, Videgg und weiter nach Oberkirn
Alternative Anreise: Hirzer-Seilbahn ab Saltaus über Prenn nach Klammeben, ideal für einen höheren Einstieg ins Wandergebiet
Einkehr beim Wandern: Stafell-Alm, Mahd-Alm und Assenhütte, je nach Route
Beste Zeit: Frühsommer bis Herbst, besonders schön zur Almrosenblüte gegen Mitte Juni bis Anfang Juli
Sportliche Alternative: E-Bike-Tour ab Schenna oder mit der Hirzer-Seilbahn bis zur Mittelstation Prenn. Von dort links Richtung Hochwies, Gompm Alm, Hirzerhütte und Hintereggalm oder rechts entweder zur Stafell-Alm oder in Richtung Videgg und zur Assenhütte
Hohenwart-Service: E-Mountainbikes können direkt im Hotel ausgeliehen werden
Ein Tag, der langsam nachwirkt
Das Hirzergebiet ist ein Ausflug mit Sessellift, Almwiesen, Bergluft, rosa Blütenhängen und ehrlicher Einkehr. Ein Tag, der für viele Generationen funktioniert, weil er nicht nur ein Ziel hat, sondern viele Möglichkeiten.
Vielleicht ist genau das sein Reiz. Man fährt hinauf, geht ein Stück, bleibt stehen, kehrt ein, schaut. Und irgendwann merkt man: Dieser Ausflug gehört nicht deshalb zum Urlaub, weil er spektakulär wäre. Sondern weil er entspannt.