Das Hohenwart 1960

Das Hohenwart – Ein familiengeführtes Hotel bei Meran seit 1957

Die Geschichte des Hotel Hohenwart in Schenna

 

Es war Anfang der 1950er Jahre, als Franz Mair Sen. als junger Mann seinen Militärdienst ableistete – nicht irgendwo, sondern als Fahrer für italienische und amerikanische Offiziere bei NATO-Manövern in den Dolomiten und im Ortlergebiet. Stundenlang saß er im Jeep, wartete auf Befehle und hatte Zeit, sich umzusehen. Er sah Orte, in denen der Tourismus bereits blühte: Hotels, kleine Familienpensionen, ein Hauch von Wohlstand. Und immer wieder tauchte in seinen Gedanken das eigene Heimatdorf Schenna auf - bäuerlich, bescheiden, mit ein paar Gasthäusern, aber ohne echten Tourismus. Mit einer Schotterstraße, die nach jedem Regen mehr einem Kartoffelacker als einer Hauptzufahrt gleicht. „Warum sind wir in Schenna so zurück? Könnten wir nicht auch Gäste willkommen heißen?“, fragte er sich damals immer wieder.

Das Hohenwart in seinen Anfangsjahren in Schenna
Traditionelle Südtiroler Gastfreundschaft in Schenna

Der Traum nimmt Gestalt an

 

Zurück vom Militär, trug er seine Idee der Mutter vor. Sie war sofort überzeugt und gab den entscheidenden Auftrag an seine Geschwister: „Wenn der Franz bauen will, müsst ihr ihm helfen!“ 800m² Grund und Bauholz für den Dachstuhl bekommt er als Erbteil, dazu das Recht, sechs Hennen zu halten, „die man für eine Frühstückspension gut brauchen kann“. Mit Schaufel, Pickel und viel Muskelschmalz beginnt der Bau. Schaufel für Schaufel wurde Erde bewegt, das Holz selbst geschlagen. „Stolz sind nur die Dummen, über Erfolg kann man sich freuen“, wird Franz später sagen - damals aber war es schlicht harte Arbeit und unerschütterlicher Wille.

 

Die Finanzierung? Eine Herausforderung. Die örtliche Bank lehnte den Kredit ab - zu riskant, einem ledigen 27-Jährigen ohne Frau eine Pension zuzutrauen. Franz fand einen anderen Weg, und am 20. August 1957 war es soweit: Die ersten Gäste, Familie Dr. Walter aus Heinsberg, reisten an. Sie waren Teilnehmer des Ärztekongresses in Meran, wo der Tourismus schon längst blühte. „Wunderschön ist es hier!“, rief Frau Walter, und sollte in den kommenden Jahrzehnten noch 50 weitere Male wiederkommen.

Die Pension Hohenwart mit Cafe
Herr und Frau Mair in Schenna

Von der Frühstückspension zum Familienbetrieb

 

Anfangs gab es 18 Betten, eine Etagendusche, die Zimmer mit fließendem Wassern, immerhin. Eine Übernachtung mit Frühstück kostete 800 Lire, umgerechnet etwa 40 Cent heute. Franz war „Mädchen für alles“ – er servierte, machte Kaffee, kümmerte sich um alles, immer in Tracht. Hilfe bekam er von seiner Cousine, die ganztägig beschäftigt war, und einer Frau aus dem Dorf, die halbtags mit anpackte, wo immer es nötig war. Bald folgte der erste Ausbau, dann der nächste.

 

Der Name Hohenwart war für Franz Mair Sen. eine Herzenssache – und eine Hommage an seine Mutter. Als junge Frau hatte sie in der Pension Hohenwart in Obermais gekocht, einem Haus, in dem sie sich sofort wohlgefühlt hatte. In der Faschistenzeit musste der deutsche Name weichen und wurde durch „Carolina“ ersetzt, doch in ihrer Erinnerung blieb Hohenwart immer ein Ort von Wärme und traditioneller Gastfreundschaft in Südtirol. Als Franz sein eigenes Haus baute, war für sie klar: Dieses Gefühl sollte hier in Schenna weiterleben – so wünschte sie sich den Namen auch für das neue Haus in Schenna.

 

 

Liebe, Kuchen und der Aufstieg eines Hauses

 

1960 kam die wichtigste Veränderung: Franz Mair Sen. heiratete Anna Hölzl, die Tochter des Schennerhofs im Dorf, die das Gastgewerbe von klein auf kannte - im elterlichen Haus hatte sie gelernt, mit Gästen umzugehen, zuzupacken und stets ein offenes Ohr zu haben. „Wie die Frau da gewesen ist, ist es schnell aufwärts gegangen, sie hat gekocht, ich serviert, dann haben wir das Café eröffnet“, erinnert sich Herr Mair Sen. Davon hatte er schon lange geträumt.

 

Mit Anna zog auch süßer Duft ins Haus: Bienenstich, Schwarzwälder, Apfelstrudel - dazu „Kaffee nach deutscher Art“, den Franz Mair Sen. servierte. Die junge Gastwirtstochter hatte ihr Handwerk in besten Häusern gelernt und in München ihre Konditoreikünste verfeinert. Herr Mair Sen. sagt rückblickend: „Mit Kuchen und Filterkaffee haben wir uns einen guten Namen geschaffen - und gute Einnahmen.“ Die Gäste kamen in Scharen hoch von Meran, und kamen wieder, nicht selten als Pensionsgäste.

Familie Mair vor dem Hotel Hohenwart in Schenna
Hochzeitsfoto von Herrn und Frau Mair Sen.

Familienglück im Hohenwart

 

In den Jahren nach der Hochzeit wuchs nicht nur der Erfolg des Hauses, sondern auch die Familie Mair in Schenna. 1961 kam Töchterchen Christine zur Welt. Sobald sie krabbeln konnte, lag sie oft in einer großen Holzkiste unter dem Apfelbaum im Garten, wo ihre Mutter sie vom Küchenfenster aus im Blick hatte. 1964 folgte Sohn Sepp - im traditionellen Schenna liebevoll als „Stammhalter“ bezeichnet - und 1967 machte Tochter Hanni das Familienglück komplett.

 

Die Kindheit der drei war geprägt vom Leben im und rund um das Hotel. Wenn Franz Mair Sen. Zeit hatte, nahm er die Kinder mit zum Wandern oder Skifahren in die Berge, die „Sommerfrische“ verbrachten sie auf der Moar Mösl Alm (Mair Alm). Daheim mussten die Kinder schon früh im Betrieb mithelfen: Sepp Mair übernahm mir 14 Jahren den Getränkeservice auf der Terrasse. Er empfahl allen Gästen den St. Valentiner oder Veltliner, die einzigen beiden Weine, die er kannte. Christine Mair stand an der Hotelbar – „stand“ ist der richtige Begriff: „Ich habe einfach hinter der Bar gewartet, bis ein Gast auf mich zukam und etwas bestellte; ich habe mich nicht getraut, zum Tisch zu gehen und nach den Getränkewünschen zu fragen.“ Hanni zog den Trubel in der Küche dem direkten Gäste-Kontakt vor und übernahm lieber den Pass.

Das Haus Traube mit Tennisplatz
Das erste Freibad in Schenna

Das Haus Traube – ein Quantensprung


Mitte der 1960er war es im Hohenwart eng geworden: Die Familie bewohnte selbst zwei Zimmer im Haus, die Bettenzahl war begrenzt, die Nachfrage wuchs. Franz Mair Sen. wusste, dass ein großer Schritt nötig war und bekam schließlich vom Nachbarbauern das ersehnte Stück Grund. 1967 war es so weit: Die ersten Gäste zogen in das neue Haus Traube ein. „Wir haben fast zwei Jahre gebraucht, um uns an die neue Situation zu gewöhnen“, erinnert sich Franz Mair Sen. Von 20 Betten ging es auf über 80 - mit bewusst wenig Mitarbeitern, denn man musste sparen. Das bedeutete Arbeit von früh bis spät, doch der Komfort wuchs: großzügige Zimmer, mehr Privatsphäre für Gäste und Familie. Mit der Traube begann eine neue Ära: das Hohenwart war keine kleine Pension mehr, sondern ein richtiger Hotelbetrieb.

 

In den 1960er Jahren bekam Schenna das erste Freibad (1964 - natürlich auf Hohenwart, gemeinsam mit dem Bruder Hans vom Hotel Starkenberg) und bald darauf ein Hallenbad (1971). „Wenn die Leute schwimmen wollen, dann müssen wir ihnen die Möglichkeit geben“, hatte Franz erkannt - und zog so Familien auch im Sommer an, die sonst weiter in den Süden ans Meer gefahren wären.

 

Die 1970er brachten Komfortsprünge: Alle Zimmer wurden mit Bad oder Dusche ausgestattet, ein Tennisplatz kam dazu (1972), eine größere Gartenanlage. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, war Franz’ Wahlspruch - und er lebte ihn.

Das Haus Christine in den Anfangsjahren
Die Aussicht auf Schenna damals

Das Haus Christine - ein familiäres Schmuckstück

 

Bevor das heutige Haus Christine Teil des Hohenwart wurde, stand an seiner Stelle die Pension Schönblick. Als deren Besitzer in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten, bot sich für Franz und Anna Mair die Gelegenheit, das Nachbarhaus zu erwerben - ein Glücksfall, denn es lag direkt an der Grundstücksgrenze. Aus Rücksicht auf die damaligen Betreiber bot man bei der ersten Versteigerung nicht mit, doch bei der zweiten griff man zu. 1987 zogen die ersten Gäste ins modernisierte Haus ein, das den Namen Christine erhielt, zu Ehren der ältesten Tochter. Mit dem Christine bewies die Familie Mair einmal mehr ihr Gespür dafür, im richtigen Moment zu investieren und dabei den Kern des Hauses zu bewahren: traditionelle Gastfreundschaft in Südtirol.

 

 

Vom Pionierbetrieb zum modernen Wellnesshotel

 

Die 1980er und 1990er brachten zusätzliche Erweiterungen: Mit den „Bachmair“-Apartments kamen neue Unterkünfte hinzu, dazu gesellten sich zahlreiche Renovierungen, Umbauten und liebevolle Umgestaltungen, die dem Haus seinen zeitgemäßen Charakter verliehen. 2002 kam der Berggasthof Gsteier hinzu, eine urige Ergänzung zum Hohenwart. Ein weiterer Meilenstein folgte 2011 mit dem Bau des VistaSpa: Es entstand eine großzügige Wellnesswelt, die den Blick weit ins Meraner Land schweifen lässt. Auf mehreren Ebenen vereint sie Saunen, Pools, Ruheräume und Sonnenterrasse zu einem Ort, an dem Entspannung und Aussicht gleichermaßen im Mittelpunkt stehen. Mit dem VistaSpa setzte das Hohenwart neue Maßstäbe in Sachen Wellness und festigte seinen Ruf als eines der führenden Häuser Südtirols.

 

 

Das Hohenwart heute – Familie Mair begrüßt ihre Gäste in Schenna

 

Heute präsentiert sich das Hohenwart als stilvolles Vier-Sterne-Superior-Hotel, das Tradition und Moderne harmonisch verbindet. Geführt von Familie Mair in zweiter und dritter Generation, ist es für viele Gäste zu einem zweiten Zuhause geworden. Seit 1997 lenkt Sepp Mair die Geschicke des Hohenwart, das er von seinen Eltern übernommen hat; inzwischen überträgt er Schritt für Schritt mehr Verantwortung an seinen Sohn Franz. Damit ist auch die dritte Generation bereits fest im Hotelalltag integriert und sorgt dafür, dass Tradition und Moderne im Hohenwart in die Zukunft getragen werden. An ihrer Seite wirkt Gerti mit - Sepp's Frau und Franz' Mutter - die mit viel Herz und Organisationstalent den Stil des Hauses entscheidend mitprägt. Christine, Sepp's Schwester, kümmert sich ebenfalls mit großem Engagement um die Gäste, die liebevolle Dekoration und die Gartengestaltung. Übrigens: Frau Mair Sen. steht bis heute sechs Tage die Woche am Frühstücks- und Nachmittagsbuffet und umsorgt die Gäste mit derselben Herzlichkeit wie in den Anfangsjahren.

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